Gunthild

Gerling-Weidlich

Essen und gegessen werden

Wenn ich die Schweinetransporte sehe und die ins Freie schnüffelnden Schweine-Schnäuzchen, wird mir ganz schlecht. Ich grenze meinen Fleischkonsum drastisch ein und esse mehr Salat. Aber auch die Salate schreien, wenn man sie schneidet. Kürzlich haben Leute Hummer aus dem Aquarium eines Restaurants genommen und sie ins Meer gegeben, weil sie ihnen den Tod im kochenden Wasser ersparen wollten.

Schon wieder haben Wildkaninchen die herrlichen

Sommerblumen in unserem Garten abgefressen; sogar an den Töpfen haben sie sich hochgehangelt. Zwei ganz kleine, noch handgroße Kaninchen lagen tot im Gras, die Augen ausgestochen von gierigen Dohlen.

Der Duft von gebackenem Huhn beflügelt mich und verdrängt die Tatsache, dass es sterben musste, um mir zu munden.

Eine Mücke klatsche ich tot, weil sie mich stört.

Ein Schwälbchen, aus dem Nest gefallen, päppele ich auf und freue mich, wenn es überlebt, die weite Reise in den Süden antritt und im nächsten Jahr wieder zurückkehrt!

Das Schwalbennest war abgestürzt. Die beiden Jungvögel nahmen die neue "Behausung" an. Ihre aufgeregten Eltern fütterten sie nach diesem fast tödlichen Drama. Wir waren glücklich.

Liegt im Schutz von Tieren unterschiedlicher Art und Größe nicht einerseits die Fürsorge für sie und andererseits unser Nutzen?

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p; Gunthild Gerling-Weidlich